Wartende Worte
Die Ausländerbehörde in München – was denkst du, wenn du das hörst? Als ausländische Studentin habe ich selbst viele Stunden in der Ausländerbehörde verbracht. Für mich ist dieser Ort mit unzähligen Erfahrungen und Emotionen verbunden.
Doch heute möchte ich von meiner Rolle und Erfahrung als Dolmetscherin berichten. Ich möchte sichtbar machen, was in der Ausländerbehörde oft unsichtbar bleibt und wie Dolmetscher*innen Brücken zwischen emotionsgeladener Realität und bürokratischer Formalität bilden. Die Ausländerbehörde und Dolmetscher haben eine verantwortungsvolle Position. Sie entscheiden nicht nur über persönliche Schicksale, sondern auch über die Diversität Münchens.
Abschiebung / Asylverfahren / Aufenthaltstitel / Familiennachzug / Heimatland V
Ich sitze in Raum 213 der Ausländerbehörde in München. Neben mir sitzt eine Familie aus Syrien. Als Dolmetscherin ist meine Aufgabe klar: Übersetzen, was gesagt wird. Möglichst wortgetreu, möglichst neutral. Doch zwischen den Wörtern verbirgt sich so viel. Angst, Unverständnis, Hoffnung. Was ich allerdings weitergebe, ist nur die Sprache. Emotionen? Die muss ich zurückhalten. Meine eigene Meinung? Die darf das Gespräch nicht beeinflussen. Diesen Spagat zu bewältigen, ist nicht immer einfach, denn in diesem Raum sprechen wir nicht nur Arabisch oder Deutsch. Wir sprechen über Bleiben oder Gehen, darüber, wie das Leben der Person weitergeht.
Ich habe Angst / Ich warte seit Monaten! / bin ich jetzt sicher? / kann ich die ganze Familie bringen? / Ich vermisse es V
Die Ausländerbehörde ist ein Ort, an dem Leben entschieden wird. Gleichzeitig ist sie auch ein Wartezimmer – ein Raum voller Formulare, Nummern und amtlicher Sprache. Meine Position ist eine besondere: Ich bin näher an der Person gegenüber als die Beamtin – und doch muss ich sie auf Abstand halten. Ich bin sowohl Brücke als auch Grenze.
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